Tag 01 - 20.05.2010 - Aufbruch ins Abenteuer - ein Traum wird wahr
Auch bei Männern kommt es vor... geplant war der Start ja um 9 Uhr, aber richtig los ging es erst um 11 Uhr. Nachdem wir unser Gepäck verstauten und unsere S51 antraten, ließen wir Bad Düben (Sachsen) hinter uns. Trotz nebligen, aber dennoch trockenem Wetter erreichten wir nach einem Tankstop und vier kleineren Pausen um 22:00 Uhr mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 52km/h die schöne Insel Rügen. Ohne technische Probleme legten wir heute 420 km zurück und stiegen zufrieden in Sassnitz auf die Fähre zur Skandinavischen Halbinsel. 

Tag 02 - 21.05.2010 - Endlich in Schweden
Nachdem wir die Nacht auf hoher See verbrachten, kamen wir um 7 Uhr auf der Skandinavischen Halbinsel, in der südlichsten Stadt Schwedens, in Trelleborg, an. Nach einem ausgiebigen Frühstück, starteten wir in unsere heutige Etappe nach - Vrigstad. Damit wir am Skandinavischen Leben teilhaben können, brauchen wir Schwedische Kronen. Nach rund 60 km war es dann soweit, wir tauschten unser erstes Geld. 280 km weiter waren wir dann am Tagesziel in Vrigstad. Bei Regen und kühleren Temperaturen kamen unsere S51 auf einen Durchschnittsverbrauch von 2,8 l.
Geldumtausch in Schweden
Tag 03 - 22.05.2010 - Zwischenstopp im Motorradmuseum
Wir brachen um 9 Uhr nach Husqvarna auf. Wenn wir schon eine solche Reise unternehmen, dann müssen wir auch die einheimischen Motorräder bewundern und studieren. Eine passende Gelegenheit bot sich heute in Husqvarna im Fabrikmuseum. Neben Fahrrädern, Waffen und Haushaltsgeräten, staunten wir über die Moped- und Motorradausstellung. Unter http://www.husqvarna-museum.nu könnt ihr euch einen kleinen Eindruck verschaffen. Nach Beendigung des kulturellen Teils des Tages fuhren wir am Göta-Kanal entlang nach Stockholm. Hier wird unsere Fähre morgen um 7:45 Uhr nach Finnland ablegen. Sonnenschein und eine grandiose Landschaft trieben unsere S51 zur Höchstleistung. Unser Durchschnittsverbrauch lag heute, wie vom Simson-Werk ausgegeben, bei 2,5l !
Zwischenstop an einem See
Tag 04 - 23.05.2010 - Schweden bei Nacht
Ohne Rast und Ruh fuhren wir durch das nächtliche Schweden. Nach einer Fast-Karambolage mit einer Katze kamen wir müde aber wohlauf um 3:30 Uhr nach einer Etappe von 450 km in Stockholm an. Unsere Fähre nach Finnland erreichten wir also überpünktlich. Da wir noch Zeit hatten, schauten wir uns den Hafen genauer an und stiegen dann völlig erschöpft um 7:15 Uhr auf die Fähre nach Turku (Finnland). Jetzt werden wir erst einmal den Schlaf nachholen, unsere Gesäßmuskeln entspannen und uns stärken, damit wir 18:50 Uhr in Turku erholt die Fähre verlassen können. 64 Stunden auf unseren S51 und insgesamt 1151 gefahrene Kilometer hinterlassen schon mal Spuren. Dennoch sind wir auf unsere Untersätze stolz. Bisher gab es keine technischen Probleme. Nachtrag: Zum Thema Erholung - Betten??? Schlafen auf Stühlen (soweit die möglich ist), lautstark spielende Kinder und Kaffeekränzchen waren Grund dafür, dass wir gerädert und entnervt in Turku die Fähre verließen. Damit waren wir dann wohl 35 Stunden non stop auf den Beinen und/oder auf den S51.
Stockholm - Warten auf Fähre

Hafen in Stockholm Ausblick Fähre Richtung Finnland
Tag 05 - 24.05.2010 - Regen statt Sonne
Nach ausgiebiger Recherche in der lokalen Presse sollte es heute ein sonniger Tag werden. Motiviert und voller Tatendrang Kilometer zu machen, wollten wir 9 Uhr unsere Etappe nach Hämeenlinna starten. Doch leider kommt es oft anders als erwartet... Von wegen Sonnenschein. Welch Überraschung... der Tag begann mit Dauerregen, 8-10 Grad und extrem starken Wind. In der Hoffnung auf Wetterbesserung besuchten wir zu Beginn des Tages einen Autoteilemarkt. Wir statteten uns mit fehlendem Werkzeug aus und verließen Turku. Da wir bei Dauerregen unterwegs waren, ergaben sich erste Verluste - unsere Regenkombis. Welch ein Zufall, dass ausgerechnet beide gleichzeitig kaputt gingen. Nass und durchgefroren kamen wir in Hämeenlinna an. In gebrochenem Englisch bahnten wir uns dann den Weg zum nächsten Geschäft, was Regenkombis führt - nur leider für heute zu spät! Das Geschäft war bereits geschlossen. Hingegen sind wohl die finnischen Mücken gerade mit großem Hunger munter geworden. So groß wie Elefanten, fiel ihnen nicht einmal auf, dass wir Motorradstiefel trugen. Was sind denn schon Motorradstiefel??? Nichts - denn diese Monster stachen einfach durch die Stiefel durch. So... was bleibt uns denn nun noch übrig, wenn wir nicht als Frühstück herhalten wollen? Wir müssen uns einen Schlafplatz suchen. Und so schlugen wir unser Zelt in der Nähe der Stadt auf, weil wir morgen die neuen Regenkombis kaufen müssen. (damit wir SICHER schlafen können, zelten wir heute in der Nähe eines militärischen Sperrgebiets). Mal schauen, wie wir heute schlafen können. Obwohl die Sonne hinter dem Horizont versunken und der Himmel bedeckt ist, ist es hier taghell. Für morgen hoffen wir, dass die Sonne scheint, wir heile und dichte Regenkombis ergattern und die lokale Presse, das tatsächliche Wetter voraussagt. In der Summe aller Hürden des heutigen Tages, fuhren wir 193 Kilometer bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 49,8 km/h und einem Verbrauch von 2,5l. Nach 1349 Kilometern brauchen auch unsere S51 ein wenig Liebe und Pflege. Der Reifendruck war heute vorn bei 1,5 bar (beim Start 2,8 bar) und hinten bei 2,0 bar (beim Start 3,0 bar), so dass wir Luft nachfüllten.
Tag 06 - 25.05.2010 - Simson gibt es auch in Finnland
Heute Morgen wurden wir unsanft durch starke Bodenerschütterungen geweckt. Kurz vor 7 Uhr wurden die Geräusche immer lauter und kamen näher und näher. Fast von einer Kolonne Militärfährzeuge überrollt, packten wir unsere Sachen. Leider mussten wir feststellen, dass alle Klamotten klamm und zum Teil sogar durchnässt sind. Aber 8:45 Uhr waren wir dann fertig und machten uns auf den Weg nach Hämeenlinna. Wir kauften dort zwei nagelneue Regenkombis. Hoffen wir nun, dass die finnischen Regenjacken länger als eine Woche halten. Mit knurrendem Magen fuhren wir weiter, ca. 30 Kilometer vor Lahti hielten wir an einem Rastplatz und nahmen erst einmal ein kräftiges Frühstück zu uns. Wie es der Zufall so will, erfuhren wir von einem finnischen Motorradsammler, welchem wir prompt einen Besuch abstatteten. In seinem Bestand befindet sich sogar ein SR2. Es ist immer wieder erstaunlich, wie weit diese Schätze in der Welt verstreut sind. Nach gut einer Stunde Fachgespräch fuhren wir nach Puumala - über Mikkeli - aber nicht ohne die Schanzenanlage gesehen zu haben. Die Landschaft ist einfach nur traumhaft schön mit Worten nicht zu beschreiben. In Puumala machten wir einen weiteren Stop und genossen den einzigartigen Ausblick. Wir fuhren weiter nach Savonlinna wo wir um 23:15 Uhr an einer automatischen Tankstelle unsere treuen S51 auch mal nachtanken mussten. Durch modernste Technik bekamen wir jeder, für einen 10 - EUR - Schein, genau 6,8 Liter Benzin. Nun geht es noch weiter. Wir müssen das gute Wetter ausnutzen und planen die Nacht über durch zu fahren.

Schanzenanlage Lahti Ausblick bei Puumala
Tag 07 - 26.05.2010 - Kalte Nächte
Mit vollem Tank machten wir uns dann nach Mitternacht auf in Richtung Joensuu. Je weiter wir fuhren desto kälter wurde es. Temperaturen um den Gefrierpunkt sowie einsetzender Nebel gestalteten die Fahrt schwieriger. Wir mussten uns stärker auf Straße und Witterungs-verhältnisse konzentrieren. Um 01:30 Uhr hielten wir zu unserem letzten Stop. Wir waren schon sehr müde, aber wir wollten unbedingt noch Joensuu erreichen. Weiter ging es dann auf dem Karelien Highway bis wir völlig durchgefroren und erschöpft endlich Joensuu erreichten. Um 06:30 Uhr legen wir uns nun schlafen. Heute Nachmittag wollen wir dann weiter Richtung Polarkreis fahren. Wir sind gespannt, welche Temperaturen uns dort noch erwarten. Vorerst: "Gute Nacht!"

Nach einer langen Erholungspause sind wir um 20 Uhr von Joensuu aus gestartet. Dem Wetterbericht haben wir entnommen, dass ein Regengebiet aus Russland einziehen und 25 Liter/m² Regen bringen soll. Um trocken weiter fahren zu können, haben wir beschlossen, die nächste Nacht durch zu fahren.
Tag 08 - 27.05.2010 - Am Postamt des Weihnachtsmannes
Es ist Null Uhr und wir haben Null Grad Celsius. Wir befinden uns seit mehreren Stunden auf dem Weg nach Rovaniemi, der Hauptstadt der nordfinnischen Landschaft Lappland. Bereits jetzt sind wir genauso stark gefroren wie die Pfützen am Straßenrand. Aber wenigstens haben wir heute keinen Nebel und somit freie Sicht auf die Straße. Sonst hätten wir sicher nicht das Rudel Rentiere in der Nähe des Straßenrandes gesehen. Als sich dann Sonne sich langsam vom Horizont löste, waren wir total übermüdet und mussten dringend eine Pause einlegen. Wir parkten unsere S51 am Waldrand und ließen uns einfach daneben ins Grün fallen. Bei klarer Waldluft schliefen wir erst einmal 3 Stunden tief und fest. Dann ging es bei 14 Grad Celsius und Sonnenschein weiter. Von Hunger getrieben, kreuzten plötzlich Elche unseren Weg. "Respekt" können wir da nur sagen. Nur gut, dass es nicht zu einem Zusammenstoß kam. Unversehrt erreichten wir um 19:30 Uhr den Polarkreis und die damit offiziell weltweit bekannte Anschrift des Weihnachtsmannes. Rovaniemi ist Sitz der Kammer des Weihnachtsmannes, der im Weihnachtsmanndorf am Polarkreis sogar sein eigenes Postamt besitzt. Also, wer dem Weihnachtsmann schreiben möchte (denn es ist ja nicht mehr sooooo lange hin) bitte an: Santas Main Post Office, FIN-96930 Napapiiri, Finnland. Weiter ging es dann zu einem nahe gelegenen Campingplatz, welcher sogar von Deutschen betrieben wird. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten, gab es zum Abendbrot "KNORR activ Penne mit Broccoli und Frühlingskräutern". Wir waren heute 628 km unterwegs. Nach 1/4 der Gesamtstrecke sind wir immer noch stolz auf unsere Fahrzeuge. Bisher gab es keine technischen Probleme. Jetzt legen wir uns erst einmal schlafen, damit wir morgen wieder fit sind und weiter gen Norden fahren können.

S51 am Polarkreis Wappen Poststation Weihnachtsmann

Nachtrag: Nach einer solch langen Tour hat man nicht mehr alle Sinne beisammen. Bei der abendlichen Körperreinigung auf dem Campingplatz wollte Florian zum Abschluss seine Zähne putzen. Nachdem er die Zahnpasta auf der Bürste verteilt hatte und sich die Zähne putzte, stellte er fest, dass das Zeug irgendwie komisch schmeckte. Nach genauer Betrachtung der Tube wurde dann auch klar warum - er reinigte seine Zähne mit Kamilla Handcreme. Dies bescherte ihm am nächsten Tag noch frischen Atem und äußerst weiße Zähne.
Tag 09 - 28.05.2010 - Deutscher Aussteiger in finnischen Wäldern gefunden
Nach langem erholsamen Schlaf sind wir heute gegen 7 Uhr aufgestanden. Nachdem wir dann gefrühstückt und unser Gepäck verstaut hatten, sind wir gegen 9 Uhr gestartet. Erstes Ziel war die ehemalige Goldgräberstadt Tankavaara, welche heute mehr mit Tourismus verdient, als früher mit der Goldgräberei. Alles über den Goldrausch, der Lappland besonders ab 1860 erfasste, und die Lebensbedingungen und Konflikte rund ums edle Metall, findet man hier in einem europaweit einzigartigem Museum. Besucher können sich im Golddorf (Kultakylä) im Goldwaschen versuchen. Um 16 Uhr kamen wir an und stärkten uns erst einmal mit einem Kaffee. Nach kurzer Besichtigung ging es weiter zur ersten richtigen Belastungsprobe der Anstieg zum 438 Meter hohen Berg Kaunispää, der im finnischen Teil Lapplands am Rand des Urho Kekkonen Nationalparks liegt. Im ersten Gang mit maximal 20 km/h quälten wir unserer Mopeds hinauf. Bergan ließen wir uns dann einfach rollen. Weiter ging es zum Inarijärvi (eingedeutscht auch Inarisee), welcher uns sehr in seiner Größe und Schönheit beeindruckte. Der See im finnischen Teil Lapplands ist der drittgrößte See Finnlands und der sechstgrößte Binnensee Europas. Beeindruckt fuhren wir dann weiter nach Inari. Hier trafen wir um 22:30 Uhr ein und nahmen erst mal ein kräftiges Abendbrot zu uns. Dort lernten wir einen Aussteiger aus Deutschland kennen, welcher hier im Wald lebt und sich von Kräutern ernährt. Noch immer scheint die Sonne. Wir wollen nun das gute Wetter nutzen, um noch weiter zu fahren. Bisher haben wir heute 350 km zurück gelegt, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 49,6 km/h. Hier stellten wir fest, dass der gute alte DDR BVF Vergaser von Frank nur 2,4 Liter und mein BING Vergaser 2,6 Liter auf 100 Kilometer verbraucht hat.


Frank und unsere S51 vor dem Inarisee Ausblick Inarisee
In später Stunde starteten wir weiter Richtung finnische Grenze. Bei - 2°C war alles im Umkreis gefroren. Wir fuhren sehr vorsichtig, da auch Rentiere und Elche unterwegs waren und somit auch unseren Weg kreuzen konnten. Gegen 2 Uhr erreichten wir das finnische Dorf Karigasniemi. Es liegt 102 Kilometer südwestlich des Gemeindezentrums von Utsjoki am finnisch-norwegischen Grenzfluss Inarijoki, der sich wenige Kilometer weiter nördlich mit dem Karasjokka vereinigt und zum Tenojoki wird. Dort angekommen wärmten wir uns bei einem Kaffee in einer noch geöffneten Bar und entschlossen uns, hier zu campieren. Wir fuhren 5 km in den Wald und spannten eine Plane über mehrere Bäumen. Darunter legten wir uns dann auf Isomatten in unsere Schlafsäcke. Unserer Tageskilometer haben sich weiter, auf 458 Kilometer erhöht. Morgen wollen wir die Grenze nach Norwegen passieren und weiter Richtung Nordkap fahren.
Tag 10 - 29.05.2010 - Die Nordkapkugel angefasst
Gegen 6 Uhr sind wir heute bei eisiger Kälte (-3°C) erwacht. Wir packten unsere Sachen, tankten an der nächsten Tankstelle unsere S51 auf, so dass wir um 08:45 Uhr die Grenze nach Norwegen passieren konnten. Das Wetter war fantastisch, eisige Kälte aber strahlend blauer Himmel. Nachdem wir Karasjok, am Ufer des Flusses Karasjokka erreichten, rückte unser Ziel in greifbare Nähe. Vor uns erschien der Nordkaptunnel. Eine letzte große Herausforderung für uns und unsere Mopeds. Der Nordkaptunnel verbindet, als Teil der Europastraße 69, die Insel Magerøya mit dem Festland. Der Tunnel ist 6875 m lang und liegt an der tiefsten Stelle 212 m unter dem Meeresspiegel. Also fuhren wir in den Tunnel. 3 km nur bergab, dann 1 km gerade aus und anschließend 3 km bergauf bei einer Steigung von 10%. Da kommt Freude auf. Im ersten Gang quälten wir unsere Mopeds den Berg hinauf. Endlich auf der Insel, in Honningsvåg angekommen, war es nicht mehr weit. 40 Kilometer bis zum ersehnten Ziel. Ungeduldig und voller Vorfreude fuhren wir der letzten kleinen Etappe entgegen. Nur leider mussten wir uns erst einmal mehr konzentrieren als je zuvor. Denn 90% der Strecke gingen bergauf. Wir fuhren rund 40 Kilometer im ersten Gang und nur kurze Teilstücke im zweiten Gang. Die Strecke dauerte gefühlt einen Monat. Und dann war es endlich so weit. Wir erreichten wir um 17:22 Uhr das Nordkap. Glücklich, erschöpft und zufrieden berührten wir die Nordkapkugel. Wir haben es geschafft, wir sind angekommen! Insgesamt haben wir 3288 Kilometer in 9 Tagen, 6 Stunden und 22 Minuten, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 48,75 km/h zurückgelegt. Erstaunlicher Weise liegen wir damit sogar leicht vor unserem "Fahrplan". Unsere Höchstgeschwindigkeit lag bisher bei 75,28 km/h (allerdings bergab) und wir überwanden 438 Höhenmeter. Eine Glanzleistung für Mensch und Maschine. Wir bedanken uns schon jetzt bei dem Hersteller Simson, der wirklich qualitativ hochwertige Produkte entwickelte. Schade nur, dass es diese Marke nicht mehr gibt. Wir haben unser Zelt 150m neben der Nordkapkugel aufgestellt. Sicher schlafen wir heute hier wie Steine. Schon allein für die traumhafte Aussicht, bei supertollem Ankunftswetter, hat sich die ganze Reise gelohnt.

Ziel erreicht - Nordkap 17:22 Uhr Nordkapkugel aus unserem Zelt

Tag 11 - 30.05.2010 - Auf nach Süden
Nach einer ordentlichen Mütze Schlaf und ein paar Stunden Sightseeing sind wir wieder Richtung Süden gestartet. Bei störmischen Wind und kalter Luft waren die 160 km Fahrt bis Skaidi sehr unangenehm. Wie wir heute erfuhren, war das gestrige Wetter das wohl beste seit gut einem Jahr. Scheinbar meinte es Petrus gut mit uns. Wir hatten eine klare Sicht auf das Meer. Nachdem wir 20 Uhr in Skaidi angekommen waren, bauten wir unser Zelt auf, aßen noch etwas zu Abend und genossen die schöne Landschaft.

Tag 12 - 31.05.2010 - Preisschock an Tankstelle
Nachdem wir heute etwas später, gegen 11 Uhr, aufgestanden waren, haben wir uns die Zeit genommen eine Gründliche Wartung an unseren S51 durchzuführen. Wir kontrollierten Speichen, Luftdruck, Bereifung, Lichtanlage sowie Kette und sonstige Betriebsstoffe. Technisch war alles in Ordnung. Um 15 Uhr starteten wir in Richtung Tromso. Es war bereits dunkel und diesig, mit leichtem Nieselregen. Hier in Norwegen müssen wir uns ganz schön umstellen. Für uns ist es hier sehr teuer. So kostet hier ein Liter Benzin 1,70 EUR und ein kleiner Kaffee 3 EUR. Wir wollen wieder in die Nacht hinein fahren, um noch ein paar Kilometer abzureißen.
Nachtrag: Als wir gegen 22 Uhr in Ulvsvag ankamen, machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Dauerregen, Hagel und 2 Grad Celsius hinderten uns an der Weiterfahrt. So schlugen wir gegen 22 Uhr, mitten im Grünen, unser Zelt auf, um hier die Nacht zu verbringen. Aufgrund des schlechten Wetters haben wir nur 164 Kilometer am heutigen Tag geschafft.
Tag 13 - 01.06.2010 - Auf heißen Kohlen
Erholt von den Strapazen des gestrigen Tages stellten wir früh am Morgen fest, dass wir vorerst in unserem Zelt gefangen waren. Dauerregen! Erst gegen 12 Uhr ergab sich eine Gelegenheit unser Zelt abzubauen. In einer Regenlücke packten wir unsere Sachen in Rekordzeit und starteten, mit einem halben Tag Verzögerung, in Richtung Tromsø, der größten Stadt im Norden Norwegens. Sie liegt 344 Kilometer Luftlinie nördlich des Polarkreises. Der Landweg dagegen weitet sich auf über 600 Kilometer aus. (wenn man über Kilpisjärvi durch Finnland, an der schwedischen Grenze entlang, fährt sind es nur rund 500 Kilometer) Dies entspricht der geographischen Breite von Nord-Alaska. Daher ist es in diesen Breiten nicht unüblich, dass es schneit. Wie es der Zufall so will, sind wir im Juni in 410 Meter Höhe und bei o Grad Celsius, noch einmal durch Schnee gefahren. Gegen 20 Uhr sind wir nach 231 km und einem anstrengenden Tag in Tromso angekommen. Das Wetter hier ist zum Glück besser. Es ist zwar bewölkt und es sind nur 5 Grad Celsius, aber wenigstens kein Schnee. Durch die Berge stieg unser Benzinverbrauch. Frank verbrauchte 2,6 Liter und ich 2,8 Liter. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit sank auf 48,5 km/h. Ein Highlight hier in der Region sind die Lofoten. Die Lofoten (norwegisch Lofoten - deutsch eigentlich "Der Lofot") sind eine Inselgruppe vor der Küste Norwegens, bestehend aus etwa 80 Inseln. Die Lofoten liegen etwa 100 bis 300 km nördlich des Polarkreises im Atlantik, vom Festland getrennt durch den Vestfjord. Die Inselgruppe liegt somit zwischen dem 67. und 68. Breitengrad. Die wichtigsten Inseln sind durch Brücken oder Tunnel miteinander verbunden. Leider können wir uns die Inseln wegen des anhaltenden Dauerregens nicht ansehen. Die schlechte Wettervorhersagen der nächsten 7 Tage mit Dauerregen, Schneefall und sehr niedrigen Temperaturen, lassen aktuell nur den Entschluss zu, unsere Route zu ändern.
Tag 14 - 02.06.2010 - Schwerer Verkehrsunfall in Tromsø
Für den heutigen Vormittag haben wir uns vorgenommen, ein paar Erledigungen in der Innenstadt durchzuführen. In einem Internetcafé prüften wir das Wetter der nächsten Tage. Am späten Vormittag ereignete sich ein Drama auf offener Straße. Während ich mich bei unseren Mopeds befand, war Frank in der Stadt unterwegs. Dort schien ein junger Autofahrer durchzudrehen. Er raste mit Vollgas nur 2 Meter an Frank vorbei, in eine Fußgängerzone. Eine 50-jährige Frau starb und mehrere Menschen wurden verletzt. Frank stand danach unter Schock, so dass wir erst gegen 13 Uhr Tromsø verließen. Wir fuhren zur Eismeerkathedrale, dem Wahrzeichen der Stadt Tromsø und besichtigten die Pfarr- und Seemannskirche. Sie wurde 1965 gebaut und steht auf der Festlandseite der Stadt. Leider war diese aufgrund eines Orgelkonzertes geschlossen. Weiter ging es dann Richtung finnische Grenze. Wir meisterten Problemlos den höchsten Punkt, 566 Meter über dem Meeresspiegel. Ca. 60 Kilometer hinter der Grenze brachen wir die Etappe bei einsetzendem Regen ab und bauten unser Nachtlager auf.
Tag 15 - 03.06.2010 - Erste Panne - Ein Fahrer leicht gestürzt!
Der nächste Morgen kam - der Regen blieb. Die ganze Nacht regnete es. So konnten wir wieder erst Mittag in einer Regenlücke unser Zelt abbauen. Unsere ganzen Sachen sind mittlerweile wieder klamm. Wir starteten in Richtung schwedische Grenze. Diese erreichten wir nach gut 60 Kilometern in Karesuando. Der kleine Ort liegt direkt am Fluss "Muonioälv", der gleichzeitig eine natürliche Grenze zu Finnland bildet. Über eine Brücke ist der schwedische Teil von Karesuando mit dem finnischen Teil Karesuvanto verbunden. Nach 4199 Kilometern, kurz hinter der Grenze, mussten wir leider unsere erste Panne verzeichnen. Während der Fahrt platzte plötzlich mein Schlauch vom Hinterradreifen. Ich kam mächtig ins straucheln, bis ich dann das Moped nicht mehr halten konnte und stürzte. Nur gut, dass mir weiter nichts passiert ist. Nur ein Seitenkoffer wurde leicht in Mitleidenschaft gezogen. Aber dank unserer guten Ausstattung, konnte ich ihn notdürftig reparieren. Wir wechselten den Schlauch natürlich bei strömenden Regen. Eigentlich wollen wir heute noch weitere 150 Kilometer fahren, aber momentan gießt es wieder wie aus Eimern, so dass wir jetzt eine Zwangspause einlegen. Für den morgigen Tag ist besseres Wetter angekündigt. Ich bin gespannt, was besser bedeutet. Insgesamt beanspruchten wir unsere Gesäßmuskeln heute nicht so sehr. Wir fuhren 227 Kiliometer bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 51,5 km/h. Dabei lag der höchste Punkt 470 Meter über dem Meeresspiegel.
Tag 16 - 04.06.2010 - Ehrgeiziges Ziel - Vier Orte besucht
Als wir heute aus unserem Zelt schauten, trauten wir unseren Augen nicht. Wie vorhergesagt - Es schien die Sonne. zwar war es ein wenig windig und nur 8 Grad Celsius, aber wenigstens kein Regen! So konnten wir gegen 11 Uhr in Richtung Gällivare starten. Nachdem wir den Polarkreis kreuzten kamen wir ohne weitere Vorkommnisse in Gällivare an. Da wir unsere Geldbörse bereits sehr geschändet haben, tauschten wir hier Geld, damit wir uns in Porjus ein wenig verköstigen können. Gegen 14 Uhr kamen wir im kleinsten Ort der schwedischen Gemeinde Jokkmokk an. Damit wir nicht unsere Kräfte verlieren, stärkten wir uns hier mit Kaffee und Kuchen. Und weiter ging es nach Jokkmokk. Endlich am Polarkreis in Jokkmokk angekommen, tankten wir unsere S51. Bisher haben wir einen Verbrauch von 2,6 Litern. Da wir ein ehrgeiziges Ziel haben, fuhren wir für heute den vierten und letzten Ort in Schweden an. Wir kamen gegen 22 Uhr bei starkem Wind auf dem Campingplatz in Arvidsjaur an. Arvidsjaur ist Hauptort der gleichnamigen Gemeinde. Falls uns jemand sucht, wir befinden uns genau 65° 36′ N, 19° 11′ O. Insgesamt waren wir heute 319 Kilometer unterwegs. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 51,2 km/h und unser höchster Punkt, den wir überwanden lag bei 555 Metern über dem Meeresspiegel.
Tag 17 - 05.06.2010 - 5000 Kilometer
Ein kräftiges Frühstück, kurze Internetrecherche und los ging es um 11 Uhr zurück nach Arvidsjaur zum Einkaufen. Um einige Kronen erleichtert, fuhren wir über Storuman nach Dorotea. Richtig, wir fuhren nach, und nicht zu, Dorotea, denn Dorotea ist ein Ort in der schwedischen Provinz Västerbottens län. Auf dem Weg wechselten wir planmäßig nach 5000 Kilometern das Hinterrad von Franks S51. Als wir dann 15 Kilometer südlich von Dorotea waren, schlugen wir unser Zelt auf. Bei Wind und 6-8 Grad Celsius fuhren wir heute 311 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50,5 km/h. Unsere Durchschnittsverbräuche lagen bei 2,5 und 2,8 Litern.

Tag 18 - 06.06.2010 - Höchsten Punkt der Tour überwunden
Heute sind wir um 10:15 Uhr in Richtung Östersund losgefahren. Wir sind gespannt, wann wir in der Mitte Schwedens ankommen. Zurzeit ist es windig, aber wenigstens regnet es bisher noch nicht.
Mit 725 Metern über dem Meeresspiegel haben wir heute den höchsten Punkt unserer gesamten Tour überwunden. Dabei ist die schwedische Gebirgspassüberquerung nicht so anspruchsvoll wie die norwegische. Nur gut, dass wir unseren Tourplan geändert haben und nicht über Norwegen zurück fahren. Nach 359 Kilometern sind wir heute in Sveg, einem kleinen Ort an der Europastraße 45, angekommen. Wir schlugen unser Zelt auf einer kleinen Halbinsel, in der Nähe des Ortes, auf und ließen unseren Tag Revue passieren. Trotz des Anstieges sind wir heute im Durchschnitt 49,1 km/h gefahren.
Tag 19 - 07.06.2010 - Zum Kaffee eingeladen
Der höchste Punkt unserer Tour liegt nun auch hinter uns. Mit voller Energie sind wir heute um 7 Uhr aufgestanden, haben unsere Sachen gepackt und uns um 9 Uhr auf die heutige Etappe begeben - ohne zu wissen, was uns noch so alles erwarten würde.
40 Kilometer nach unserem Start tauchten schon die ersten Probleme am Moped von Florian auf. Der Gasbowdenzug meldete sich zu Wort. Da wir ja gut ausgerüstet sind und Ersatz dabei haben, konnten wir ihn gleich an Ort und Stelle wechseln. Und wie es der Zufall so will, ist diesmal Ort und Stelle genau vor einem Grundstück eines schwedischen Automobilliebhabers. Dieser bot uns prompt seine Hilfe an. Nachdem wir ihm unser Vorhaben und die bisherigen Höhepunkte der Tour erzählten, lud er uns spontan zu einem Kaffee und einer kleinen Besichtigung seiner Schätze ein. Gut aufgehoben in einem Nebengelass, präsentierte uns der schwedische Automobilliebhaber seine Sammlung verschiedenster Autos. Beeindruck verabschiedeten wir uns und fuhren über Mora nach Falun. Falun ist ein kleiner schwedischer Ort , der aber mit einem UNESCO Weltkulturerbe ausgestattet ist. Die Bergwerke, zusammen mit den Arbeitervierteln und der Industrielandschaft wurden vor einiger Zeit zum UNESCO Weltkulturerbe ausgerufen. Wir unterbrachen hier unsere Etappe und besichtigten die Wintersportschanzen.
Und weiter ging es Richtung Süden. Unsere Idee auf der Hauptstraße zu fahren, haben wir ganz schnell wieder verworfen, als wir feststellten, dass wir mit dem Verkehr überfordert waren. Wir verließen fluchtartig die Hauptstraße und suchten uns einen Waldweg, der parallel zur Hauptstraße verlief. Passend dazu, fing es dann an zu regnen. Wasser von oben und Dreckspritzer von unter - super - wieder einmal sind wir nass geworden. Als wir dann am Abend auf dem Zeltplatz in Malingsbo ankamen, schien die Sonne. Trotz des unerwarteten Zwischenstopps sind wir heute 345 Kilometer bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 49 km/h gefahren. Heute lag unser höchster Punkt bei 585 Meter über dem Meeresspiegel.
Tag 20 - 08.06.2010 - Eine ruhige Fahrt
Wir verließen heute den Campingplatz in Malingsbo um 11:45 Uhr. Über Katrineholm - Norrköping - Atvidaberg - Kisa fuhren wir ins 334 Kilometer entfernte Vimmerby. Wenn jemandem Vimmerby bekannt vorkommt, dann kann das gut sein - so nun noch kurz nachgedacht... - ... richtig: aus der Serie "Michel aus Lönneberga"! Denn beide Orte liegen in der historischen Provinz Småland. Und wer Michel-Fan ist weiß, dass dort einmal im Jahr ein Markt statt findet.
10 Kilometer von Vimmerby schlugen wir unser Zelt um 22 Uhr mitten im Wald auf. Bei 18 Grad Celsius und leichtem Regen, werden wir heute wohl sehr gut schlafen.
Ohne besondere Vorkommnisse sind wir heute, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 48,4 km/h, durch Schweden gefahren.
Tag 21 - 09.06.2010 - Mit 6 km/h zum Nordkap
Morgens sind hier die Temperaturen deutlich kühler. Bei 8 Grad Celsius verstauten wir das Gepäck auf unseren Mopeds und los ging´s. Heute wollen wir bis nach Trelleborg fahren. Auf halbem Wege kam uns doch tatsächlich ein alter bayerischer Traktor entgegen. Gekennzeichnet durch eine bayerische Fahne und ein "6 km/h"-Schild erklärte uns der Fahrer, dass er in Richtung Nordkap unterwegs ist. Wir wünschten ihm eine "Gute Fahrt" und fragten uns nur, in welchem Jahr er am Nordkap ankommt.
Unsere heutige Etappe führte uns über Växjö - Urshult - Lönsboda - Hässleholm - Höör nach Trelleborg. Wir erreichten den Campingplatz in Trelleborg nach 395 Kilometern, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 49,3 km/h, um 20 Uhr.
Tag 22 - 10.06.2010 - Gesamtstrecke von 25 Kilometern gefahren
8:30 Uhr fuhren wir heute vom Campingplatz in Trelleborg los. Wir kauften einige Lebensmittel, aßen Frühstück und begaben und in Richtung Fähre. Nachdem wir zwei Fahrkarten hatten, stiegen wir auf die Fähre. 12:45 Uhr legte die "Saßnitz", mit uns an Bord, ab. Begleitet von Regen kamen wir 16:45 Uhr in Saßnitz/Mukran an. Auf der schönen Insel Rügen ging`s dann weiter zum Campingplatz nach Prora. Dort schlugen wir 17:30 Uhr unser Zelt auf. Insgesamt fuhren wir heute 25 Kilometer mit unseren S51.
Tag 23 - 11.06.2010 - Letzte Etappe - Ein Traum ist gelebt
Es gibt noch viel mehr Menschen, die auf unkonventionelle Art die skandinavische Halbinsel entdecken wollen. Wir lernten heute einen Ladaliebhaber kennen, der mit seinem DDR-Wohnwagen Norwegen besuchte. Er ist ebenfalls auf der Rücktour. Wir tauschten unsere Erfahrungen aus und verließen 9:45 Uhr, bei starkem Gewitter, die schöne Insel Rügen. Über Greifswald - Neubrandenburg - Oranienburg - Potsdam und Wittenberg kamen wir um 20 Uhr in Bad Düben an. Nach 408 Kilometern, Wind von vorne und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 51 Kilometern vollendeten wir unseren Traum - einmal von Bad Düben zum Nordkap und zurück - auf zwei S51.
Zusammenfassung - Insider Informationen - Bisher unveröffentliche Details
.... coming soon ...
Aktualisiert (Mittwoch, den 16. Juni 2010 um 21:43 Uhr)





